Medienfassaden Übersicht

Die Übersicht bezieht sich auf den Artikel von Dr. Tscherteu: Medienfassaden: Grundbegriffe und Merkmale

Energieverbauch ist ein nicht zu vernachlässigendes Thema in der heutigen Zeit.

Große mediale Installationen, wie Medienfassaden, verbrauchen Energie. Installationen mit Scheinwerfer-Beleuchtung (z.b. Blinkenlights oder Bluebox) haben einen relativ hohen Energieverbrauch durch den hohen Strombedarf der Scheinwerfer. Bei einigen Installationen werden bereits LEDs (Light Emmiting Diodes) benutzt, die eine hohe Leuchtkraft bei einem wesendlich geringem Stomverbrauch besitzen und somit enegieeffizienter sind.

Außendisplays, die auch bei tageslicht betrieben werden sollen, sind besonders Energieintensiv, da sie sehr helle Leuchtelemente benötigen, die wiederum einen sehr hohen Stomverbrauch aufweisen. Außendisplays sind sehr repräsentativ und werbewirksam. Aber für ein Unternehmen, dass ein solches Display auf einer Gebäudefassade anbringen läßt, sind neben den Installationskosten auch die laufenden Energiekosten von hoher Bedeutung. Somit muß sich das Unternehmen die Frage stellen, was es sich leisten kann? Aber nicht nur die eigene Perspektive sollte eingenommen werden. Auch die Frage, was ist in Hinblick auf Ökologie gesellschaftlich vertretbar ist, sollte bedacht werden. Dass Außendisplays auch ökologisch nachhaltig und energiekostenneutral sein können zeigt Greenpix, bei dem dien notwendige Energie aus dem Sonnenlicht gewonnen wird. In Sachen Ökologie sind aber nicht nur die laufenden Energiekosten zu betrachten, sondern es sollten auch die Herstellung und auch die Entsorgung beachtet werden.

Fazit:
Medianfassaden sind oft eindrucksvoll und werbewirksam. Aber solche medialen Installationen haben auch einen nicht zu vernachlässigenden Preis: Über den Material- und Arbeitsaufwand des Aufbaus hinaus weisen sie sehr häufig einen hohen Enegieverbrauch auf und auch die Materialentsorgung ist häufig sehr kostenintensiv. Daher sind bei allen Medienfassaden das Ziel und die dafür gewählten technischen Mittel genauestens zu bedenken.

Manchmal geraten Medienfassaden in Konflikt mit der normalen Nutzung des Gebäudes. Meist geht es dabei um Licht und Energie. Display-Elemente können Gebäudeoberflächen bedecken und somit zu wenig Tageslicht ins Innere lassen und die Gebäudenutzung behindern.

Ein Lösungsansatz besteht darin Licht emitierende Teile zu minimieren und die Leuchtkraft zu maximieren. LEDs beispielsweise haben hohe Leuchtkraft, verbrauchen wenig Energie und lassen sich in bestehende Fassadenelemente integrieren, z.B.in Fassadendeckklappen oder Sonnenschutzlammellen.
Nicht nur Tageslichtmangel im Gebäudeinneren ist ein Problem, auch der Blick aus dem Gebäudeinneren nach außen sollte nicht versperrt sein. In jedem Fall besteht aber immer ein logischer Konflikt zwischen Durchlichtverhalten und der Auflösung bzw. dem Pixelabstand.

Ein guter Kompromiss kann erziehlt werden, in denen Leutchtpunkte in Komponenten integriert sind, die vor die Fassade gesetzt werden. Solche Komponenten gehen zwar immernoch zu einem gewissen Grad auf Kosten des Tageslichts im Gebäudeinneren, aber mit ihnen lassen sich eine hohe Bildquallität und zugleich eine hohe Nutzungsquallität erreichen.

Ein Beispiel für eine transluzente, aber nicht transparente Fassade ist das Chanel Gebäude in Tokio, Japan. Eine Diffusionsschicht wird als Gebäudehaut verwendet. Damit werden zwar weiche, stoffähnliche Bildeffekte erziehlt, jedoch auf Kosten der Nutzer. Während des Betriebs der Fassade können die Nutzer im Gebäudeinneren nicht nach außen schauen. Um Reflexionen des Fassadenlichtes ins innere und Beleuchtugnsbeeinträchtungen durch die Innenraumbeleuchtung zu vermeiden müssen Jalousien an den Fenstern heruntergelassen werden. Auf diese Weise werden die äußere und die innere Lichtebene getrennt.

Medieninhalt und Gebäude

25 Oktober 2008

Die inhaltliche Bespielung einer Medienfassade sollte auf das Gebäude als räumliche Struktur und auch auf die örtliche Umgebung eingehen. Somit ist die inhaltliche Bespielung einer Medienfassade ebenso Bestandteil der Integration des Displays in das Gebäude wie die physische Installation. Im Idealfall ist das Display an der Fassade nahtlos in das Gebäude integriert und die Form der Bespielung hat ausreichenden Bezug zum Gebäude. Oft genug entspechen Medienfassaden diesen Integrationsanspüchen aber nicht.

Ein häufig anzutreffendes Beispiel für schlechte Integration von Medieninhalt und Gebäude ist eine einfache Bespielung der Fassade mit Werbung, die weder einen Bezug zum Gebäude und den sich darin befindenden Menschen hat, noch einen Bezug zu den vorbeigehenden Menschen. Oft wirkt eine solche Medienfassade nur wie ein weiteres überdimensionales Werbebanner. Beim ersten betrachten fängt es vielleicht noch die Aufmerksamkeit des Betrachters, aber je häufiger jemand an diesem vorbeigeht, desto uninteressanter wird es. Es wird wie die vielen anderen Plakate möglichst aus der Wahrnehmung herausgefiltert.

Auch genügt das Darstellen des Logos des Besitzers auf der Medienfassade alleine nicht. Das Logo stellt zwar einen inhaltlichen Bezug zum Gebäude dar, reicht aber alleine als Integrationskomponente längst nicht aus, da ein Logo immer noch ein mehr oder weniger abstraktes Symbol darstellt, das nicht unbedingt von jedermann erkannt wird. Im schlechtesten Fall wirkt das Logo auf der Fassade nur wie eine weitere Werbefläche. Mindestens muß ein ausreichender Bezug zur Gebäudeform bestehen. Nur zusammen ergeben die 3 Komponenten Identity, Architektur und Bespielung also ein schlüssiges Gesamtkonzept.

Oft erweckt eine gelungene Medienarchitektur mehr Interesse der Vorbeigehenden als beispielsweise eine reine Werbebespielung. So kann das Gebäude zum „Landmark“ oder auch zu einer Sehenswürdigkeit werden und eine langfristige Bindung zu dem Passanten herstellen, die es nach einer Weile als Teil der urbanen Umgebung wahrnehmen und es nicht mehr missen möchten.

 

Display Technologie

23 Oktober 2008

Ein zentrales Merkmal von Displays ist die Form der Beleuchtung. Es gibt zwei verschiede Klassen von Displays: aktive Lichtemmision oder passive Lichtreflektion.

Beispiele für aktive Lichtemissions-Technologie:

LEDs: Pixelcloud, London
Fluoreszenz: PIXY
Phosphoreszierend: Allianz Arena, München

Im Gegensatz dazu wird bei der passiven Lichtreflektion Umgebungslicht (z.B. Sonnenlicht) genutzt und moduliert um Oberflächeneffekte und Bildinformation zu erzeugen. Dabei gibt es ebenfalls verschiedene Methoden die Displayelemente mechanisch zu bewegen.

Beispiele für passive Lichtreflektions-Technologie:

Druckluft-gesteuerte Oberflächenelemente: Flare, Daisyworld
Servomotoren-gesteuerte Oberflächenelemente: Aleph
Windenergie-gesteuerte Oberflächenelemente: Technorama Science Center

Eine weitere Form der passiven Lichtreflektion ist die Projektion. Eine beliebige Oberfläche, z.B. eine Gebäudefront wird als Oberfläche für eine Projektion genutzt. Die Projektion kann entweder frontal oder von der Rückseite erfolgen. Bei einer Rückprojektion ist ein transluzentes (lichtdurchlässiges, aber nicht durchsichtiges) Oberflächenmaterial hinter einer transparenten (durchsichtigen) Oberfläche erforderlich. Bei Fassaden werden oft Fenster oder andere Glasflächen zu Displayelementen umfunktioniert. Damit Fenster zu Projektionsflächen werden können, müssen sie mit einem transluzenten Material verblendet werden, auf welchem ein Bild erst sichtbar wird.

Beispiele für Projektions-Technologie:

Halogen-Scheinwerfer: Blinkenlights, Berlin
Glühbirnen: Bluebox, Magdeburg

Die hier aufgeführten Beispiele sind nicht vollständig und die technische Klassifizierung bezieht sich nur auf aktuell bekannte Technologien.

Grundsätzlich gibt es 3 Dimensionsklassen von Displays:

2D: das Bild ist eine Ebene, es besitzt eine physische Höhe und Breite. a
2,5D: eine 2D Bildfläche wird im Raum gekrümmt, z.B. auf eine gekrümte Fläche gelegt, so entsteht eine räumliche Wirkung, ohne dass das eigentliche Bild eine räumliche Dimension hat (physiche Tiefe)
3D: ein Bild besitzt nicht nur Höhe und Breite, sondern auch eine physiche Tiefe, es handelt sich also um einen Display-Körper

Insbesondere bei Medienfassaden ist eine räumliche Wirkung erwünscht. Die meisten Displays sind jedoch meist physisch 2 dimensional. Nur in sehr seltenen Fällen füllen sie 3 dimensionale Räume, z.B. durch Einbeziehung von Raumbeleuchtung. Hierdurch können jedoch Probleme mit der Gebäudenutzung entstehen, was die Bespielung der Medienfassade nur zeitlich begrenzt erlaubt (siehe hierzu den Artikel Durchlicht/Durchsicht). Gebräuchlicher als 3D Displays sind daher 2,5D: das Display ist dabei nicht nur auf eine Ebene beschränkt, sondern fließt um Gebäudekanten oder hat eine sphärische Oberfläche. 3D Installationen ermöglichen komplexere Raumumspielungen und effektvolle räumliche Wirkungen.

Beispiele für verschiedendimensionale Medienfassaden:

2D Bildebene z.B. Chanel Tower, Tokio
2,5D Umfließen von Gebäudekanten z.B. Galleria Store, Seoul
2,5D Sphärische Oberfläche z.B. Uniqa Tower, Wien; Grand Lisboa, Macao
3D Quarder z.B. Nova, Zürich; Pixel Cloud, London
3D Torus z.B. Allianz Arena, München

Ein wichtiger Aspekt von Medieninstallationen ist ihre Dauerhaftigkeit. Bei einer permanenten Installation könnte man quallitativ hochwertigere Resultate erwarten, da ein höher Plaungs- und Installationsaufwand betrieben werden muss. Die Praxis zeigt jedoch, dass es viele überzeugende tempräre Installationen gibt, wie z.B. Blinkenlights, SPOTS oder zahlreiche Showfassaden für Events und Konzerte, z.b. Asian Games.