Konzept und Ausarbeitung: David Paschke & Daniel Kränz

Die Grundidee von “STATUS” ist die physische Repräsentanz einer Person durch einen
Grundkörper. Dieser soll die momentane Arbeitssituation, sowie die Verfügbarkeit,
anzeigen und Anderen leicht und einfach verständlich mitteilen.

Ein alternatives Display wird in diesem Zusammenhang als Informationsträger
aufgefasst, welches sich bewusst von pixelbasierten Medien entfernt und damit
eine unkonventionelle Lösung bildet.

Funktionsprinzip Input | Output

Funktionsprinzip Input | Output

Um die Arbeitssituation zu detektieren, könnten Sensoren eingesetzt werden, die unmittelbare Umweltgegebenheiten auswerten. Da jedoch Jeder eine andere physische Reizschwelle, was Stress oder Auslastung anbelangt, besitzt, wird in diesem Konzept auf den Einsatz von Sensoren verzichtet. Die Statusveränderung wird durch aktive Eingaben hervorgerufen. Der Nutzer hat dadurch stets freie Entscheidungsgewalt über die Veränderung seines Repräsentanzkörpers.

Als Ausgabemedium wird eine Installation, die für jederman zugänglich und
ersichtlich ist, angestrebt. Unabhängig von der Position des Nutzers in einem
Unternehmen; ob Chef, Projektmitglied oder Sekretärin, jeder soll die gleiche
Repräsentanz besitzen, ohne Hierarchien abzubilden oder zu bevorteilen.

Repräsentanzkörper für jede Person

Repräsentanzkörper für jede Person

Für die Wiedergabe von verschiedenen Arbeitssituationen sollte ein Repräsentanz-
körper Veränderbarkeit aufweisen. Diese Veränderbarkeit kann sich durch Bewegung,
Licht oder Formveränderung äußern. Als Grundkonzept wurde ein drehbarer Quader
gewählt, der zentriert auf einer Welle gelagert ist.

Anhand der Tagesabläufe der Prorektorin Prof. Dr. Christine Strothotte und des Laboringenieurs Jörg Schröder wurde ein Szenario für den Gestaltungsfachbereich der Hochschule Magdeburg Stendal ausgearbeitet und konkretisiert. Dabei gilt es folgende Fragestellungen zu klären:

“Bist du beschäftigt?”
“Wo befindest du dich gerade?”

Installation mit zehn ElementenInstallation mit zehn Elementen

Für die Personalisierung des Grundkörpers wurde Typografie ausgewählt, da der Name
einer Person am eindeutigsten zugeordnet werden kann, nicht zu persönlich ist und
die Gesamterscheinung nicht überlastet.

Die Postion der Repräsentanz wird verwendet, um An-, Abwesenheit und Verfügbar-
keit darzustellen. Der nach oben stehende Körper symbolisiert etwas aufstrebendes und positives und zeigt an, dass der Kollege anwesend und verfügbar ist. Die Umkehrung, also ein nach unten gerichteter Körper, suggeriert Anwesenheit ohne verfügbar zu sein. Ein nach hinten abgewendeter Körper repräsentiert die Abwesenheit der Person. Dabei ist der Grundkörper nahzu verschwunden, da er seine kleinste Fläche zeigt.

Der Parameter Farbe gibt Aufschluss über die momentane Position. Um die Privatsphäre des Mitarbeiters nicht einzuschränken, wird der Aufenthaltsort nur als ungefähre Ortsangabe, beispielsweise des gesamten Gebäudes, ausgegeben. Die Installation soll nicht zur Kontrolle der Angestellten, sondern zur Unterstützung des zeiteffizienten Arbeitens genutzt werden.

Transponder

Transponder

Die erste Möglichkeit um Veränderung am Repräsentanzkörper hervorzurufen und die Position zu bestimmen ist ein Transponder. Er ist in der Lage passiv zu detektieren, wo sich sein Besitzer aufhält. Für die tägliche Handhabung ist das sehr vorteilhaft, da kein Computer benötigt wird. Formal orientiert sich der Transponder am Grundkörper. Er besitzt drei Tasten, um die Installation durch aktive Eingaben mit Informationen zu versorgen. Jeweils eine Taste, entsprechend der jeweiligen Körperstellung, für verfügbar und nicht verfügbar angeordnet, sowie eine Taste zum An- bzw. Abmelden.

Der Besitzer erhält ein direktes Feedback durch einen Lichtstreifen, der den aktuell eingestellten Status in der Standortfarbe darstellt. Meldet sich der Benutzer morgens an der ersten Tür an, erhält die Installation ihr erstes Signal und nimmt den Status verfügbar ein.

Für das Szenario wurden für die Studenten und Professoren relevante Standorte ermittelt. Sieben Orte wurden auf dem Campus ausgewählt und jeweils einer, leicht von den anderen unterscheidbaren, Farbe zugeordnet. Die achte Farbe steht für den Bereich Campus und zeigt das Aufhalten an anderen Standorten auf dem Gelände an.

Ortsbezug

Ortsbezug

Für die Standortbestimmung auf dem Campus wird sich der RFID-Technik bedient. RFID-Chips in den Transpondern und Lesegeräte in den Eingangsberei-chen ermitteln, ob sich der Nutzer in ein Gebäude hinein bewegt oder herausgeht. Dabei wird nach dem Ausschlußprinzip gearbeitet und abgefragt, ob sich die Person schon in dem Gebäude befindet oder nicht. Eine eindeutige dem Transponder bzw. dem Chip zugeordnete ID, teilt dem System mit, um welchen Mitarbeiter es sich handelt.

Widget

Widget

Eine weitere Möglichkeit, um auf die eigene Repräsentanz einzuwirken und sich den Status anderer Personen ansehen zu können, ist das STATUS-Widget. Dies ist ein Dienstprogramm, welches unter Apple Mac OS X über das Dashboard schnell und einfach aufgerufen werden kann. Denkbar ist dieses Feature auch als Windows-Applikation. Der Vorteil eines solchen Widgets ist die einfache Handhabung neben der alltäglichen Computerarbeit. Ein Tastendruck genügt, um sich über den aktuellen Stand der Mitarbeiter zu informieren, ohne zu der Installation im Foyer gehen zu müssen. Für den Prototyp wurde eine Simulation in Processing programmiert, mit der die Repräsentanzkörper der Installation direkt angesprochen werden können.

Bau des Funktionsprototyp

Bau des Funktionsprototyp

Der Grundkörper des Prototyps, bestehend aus zwei tiefgezogenen Plexiglas-Halbschalen, nimmt im Inneren alle technischen Bauteile auf. Kugellager, die durch tiefgezogene Polystyrol-Lagerschalen gefasst werden, sitzen auf einer Aluminiumwelle und stellen die Rotationsfähigkeit sicher. Gemeinsam bilden die Lagerschalen die Halterung für die Mittelwanne, die den Servomotor aufnimmt. Ein Langloch in der Welle ermöglicht die Kabeldurchführung, auch während Bewegungsabläufen. Das bewegliche Zahnrad am Servomotor dreht sich an dem auf der Welle fixierten Zahnrad entlang und bringt damit den Grundkörper in die gewünschte Position.

Zur Ausleuchtung der Aussparung im vorderen Teil werden Seitenlichtfasern verwendet. Durch Bestrah-lung einer Stirnseite werden sie vollflächig erleuchtet. Als Lichtquelle dient eine RGB-LED, mit der der ge-samte RGB-Farbraum abgedeckt werden kann.

Schaltplan

Schaltplan

Das Arduino-Board, ein kleiner Microcontroller, bildet bei dem Prototyp die Schnittstelle zwischen Processing und den Hardwarekomponenten, wie den Servomotoren und den RGB-LEDs. Da an dem Board nicht genug Ein- und Ausgänge für die Versorgung aller Bauteile vorhanden sind, sorgt der LED-Treiber TLC-5940 von “Texas Instruments” für zusätzliche Ausgänge. Der Vorteil dieses Treibers ist, dass für elektronische Bauteile keine Vorwiederstände benötigt werden, da die richtige Versorgungsspannung selbst reguliert wird.

Alle Bauteile kommunizieren über den TLC und das Arduino-Board miteinander. Ein PC-Netzteil, welches 5 und 12 Volt Netzspannung liefert, dient der Installation als Stromquelle. Die Servomotoren bekommen ihren Impuls, der für die Stellung des Körpers erforderlich ist, durch eine Steuerleitung des Boards. Der Puls und die Farbwerte der RGB-LEDs werden softwareseitig in Processing bestimmt.

fertiger Funktionsprototyp

fertiger Funktionsprototyp


Trailer zur Installation

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